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Golfregeln (inkl. Amateurstatut) und DGV-Vorgabensystem 2004 – 2007
DruckenDie wichtigsten Änderungen. (Quelle: Deutscher Golf Verband e.V.)


Die komplette Zusammenfassung „Offizielle Golfregeln 2004-2007“ finden Sie HIER als PDF-Datei (1MB) zum downloaden. (Quelle: Deutscher Golf Verband e.V.)


Etikette

Die Etikette wurde gründlich überarbeitet und ergänzt. Es wird jetzt sehr viel genauer und ausführlicher aufgeführt, welches Verhalten nicht erwünscht ist und welche Handlungen von einem Spieler erwartet werden.
Der Abschnitt „Sicherheit und Rücksichtnahme“ wurde erstmals ergänzt um eine Beschreibung des „Spirit of the Game“:

„Das Spiel beruht auf dem ehrlichen Bemühen jedes einzelnen Spielers, Rücksicht auf andere Spieler zu nehmen und nach den Regeln zu spielen.
Alle Spieler sollen sich diszipliniert verhalten und jederzeit Höflichkeit und Sportsgeist erkennen lassen, gleichgültig wie ehrgeizig sie sein mögen.
Dies ist der „wahre Geist des Golfspiels“ (Spirit of the Game).“

Im Abschnitt „Vorrecht auf dem Golfplatz“ wird zur Verbesserung des Spieltempos eine Empfehlung ausgepsrochen, dass unabhängig von der Anzahl Spieler in der Gruppe die schnellere Gruppe das Vorrecht auf dem Platz hat, vorbehaltlich einer anderen Regelung durch einzelne Golfanlagen.
Die Empfehlungen zur „Schonung des Golfplatzes“ weisen nun darauf hin, dass ein Spieler nicht nur die von ihm verursachten Schäden (Spuren im Bunker oder Balleinschlaglöcher), sondern auch alle anderen derartigen Spuren in seiner Nähe ausbessern sollte.
Die Zusammenfassung der Etikette erwähnt erstmalig, dass ein Spieler bei einem schwerwiegenden Etiketteverstoß nach Regel 33-7 disqualifiziert werden kann.


Erklärungen

Regel oder Regeln
Der Begriff schließt nun auch die Wettspielbedingungen und die Entscheidungen zu den Golfregeln ein.

Verlorener Ball
Teil „b“ der Erklärung wurde geändert. Ein Ball ist nun innerhalb der 5 Minuten Suchzeit erst verloren, wenn der Spieler einen Schlag nach einem neu fallengelassenen bzw. ersetzten Ball gemacht hat. Bisher war das Ersetzen des Balls an sich schon ausreichend, um damit den ursprünglichen Ball zum „verlorenen Ball“ zu machen.


Regeln

Regel 3-3. Zweifel über Spielweise; Zählspiel
Wenn ein Spieler sich im Zählspiel über das anzuwendende Verfahren nicht sicher ist, kann er einen zweiten Ball spielen und die Spielleitung vor Abgabe der Zählkarte fragen, welcher der beiden Bälle für sein Ergebnis zählt.
Bei gleichen Ergebnissen mit beiden Bällen war die Meldung dieser Regelanwendung an die Spielleitung nicht erforderlich. Neuerdings muss der Spieler den Sachverhalt in allen Fällen der Spielleitung berichten, auch wenn er der Ansicht ist, mit beiden Bällen das gleiche Ergebnis gespielt zu haben, da er sich evtl. in einem der beiden Fälle unbewusst eine Strafe zugezogen hat.

Ausnahme 2 zu Regel 13-4. Ball im Hindernis; Verbotene Handlungen
Bisher durfte der Caddie des Spielers vor dem Schlag des Spielers aus einem Bunker den Bunker harken. Dieser Punkt ist entfallen, es darf nun erst nach dem Schlag geharkt werden (auch wenn der Ball nach dem Schlag noch im Bunker liegt).

Regel 16-1a. Puttlinie berühren
Bisher durften lose hinderliche Narutstoffe auf dem Grün nur mit der Hand oder dem Schläger aufgesammelt oder beiseite gefegt werden.
Nun kann der Spieler lose hinderliche Naturstoffe auf dem Grün auf beliebige Art und Weise entfernen, vorausgesetzt, er drückt nicht irgendetwas nieder.

Regel 18-2c und Regel 23-1. Lose hinderliche Naturstoffe; Erleichterung
Regel 18-2c entfällt und Regel 23-1 wurde ergänzt. Bisher zog sich ein Spieler automatisch einen Strafschlag zu, wenn sich sein Ball im Gelände nach dem Berühren eines losen hinderlichen Naturstoffs innerhalb einer Schlägerlänge des Balls bewegte.
Die Bewegung des Balls beim Entfernen eines losen hinderlichen Naturstoffs ist jetzt Gegenstand der Regel 23-1 und 18-2a. Es wird nun also dabei überprüft, ob der Spieler durch seine Handlung das Bewegen des Balls verursacht hat.

Regel 24-2b. Unbewegliches Hemmnis; Erleichterung
Genau wie bei der Behinderung durch ungewöhnlich beschaffenen Boden im Bunker (Zeitweiliges Wasser, Tierloch usw.) darf der Spieler nun auch bei der Behinderung durch ein unbewegliches Hemmnis (z. B. Treppenstufe oder Drainagerohr) seinen Ball nicht nur wie bisher straflos im Bunker sondern auch mit einem Strafschlag außerhalb des Bunkers fallen lassen.
Die Regeln 24-2b und 25-1b wurden damit weiter vereinheitlicht.

Regel 24-3. Ball im Hemmnis verloren
Die bisherige Regel 24-2c (Ball im unbeweglichen Hemmnis verloren) wurde zur „Regel 24- 3“, da jetzt auch bewegliche Hemmnisse darin berücksichtigt werden (24-2 befasst sich nur mit unbeweglichen Hemmnissen). Den Ball im beweglichen Hemmnis zu verlieren kann zum Beispiel in einem gefüllten beweglichen Mülleimer vorkommen.

Regel 33-7. Strafe der Disqualifikation
Hier wurde ergänzt, dass durch die Spielleitung auch bei einem schwerwiegenden Eitiketteverstoß
die Strafe der Disqualifikation ausgesprochen werden kann. Ein schwerwiegender Etiketteverstoß kann z.B. darin bestehen, andere Spieler wissentlich durch einen Schlag zu gefährden, trotz Aufforderung zur Unterlassung fortgesetzt Etiketteverstöße zu begehen oder sich in einer Art und Weise zu verhalten, für die der Hausrechtsinhaber ggf. auch ein Platzverbot aussprechen würde.
Es wird vom R&A empfohlen, üblicherweise erst im Wiederholungsfall eine Disqualifikation auszusprechen (neue Entscheidung 33-7/8).

Hinweis: Dies ist eine Entscheidung der Spielleitung. Ein einzelnes Mitglied der Spielleitung kann diese Strafe nicht verhängen.


Anhang II

Schlägerlänge / Schlägerkopf
Die Gesamtlänge wird auf 1.219,2 mm (48“) begrenzt. Putter sind hiervon ausgenommen. Die Größe des Schlägerkopfes von Hölzern darf höchstens 470 cm3 betragen. Für Schläger, die bereits vor dem 01.01.2004 benutzt oder verkauft wurden, gilt eine Übergangsfrist bis zum 31.12.2004.


AMATEURSTATUT

Regel 3-2. Wertgrenze
Die Wertgrenze für Preise wird auf 750 Euro angehoben. Es wurde ein Absatz ergänzt, dass alle Maßnahmen, die der Umgehung dieser Regelung dienen (bestimmte Art von Verlosung, Tombola o.ä.), ebenfalls einen Verstoß gegen das Amateurstatut darstellen.

Regel 4-2.g Erstattung von Auslagen
Auslagenerstattung (Fahrtkosten, Hotel) bei gesponserten Wettspielserien ist wie bisher nur zulässig, wenn diese vom DGV genehmigt wurde. Die Genehmigungsnummer muss nun auf der
Ausschreibung erscheinen, damit sie wirksam erteilt ist. Diese bisherige Entscheidung zum Amateurstatut wurde jetzt in das Amateurstatut übernommen.

Regel 6-2 und Regel 6-3 Namens- und Bildverwertung / Persönliches Erscheinen
Hier wird genauer als bisher aufgeführt, welche Handlungen im Bereich Werbung bzw. Sponsoring für Einzelspieler und Mannschaftsspieler zulässig sind.


DGV - VORGABENSYSTEM

Ziffer 16.3 Vorgabenwirksame Ergebnisse
Zur Ermittlung, ob nicht einmal 10% der Ergebnisse der Teilnehmer eines Wettspiels im Pufferbereich oder besser liegen, werden nun (nach der zuerst notwendigen Feststellung offensichtlich ungünstiger Spielbedingungen!) die Ergebnisse aus der DGV-Vorgabenklasse 6 (Clubvorgaben) nicht mehr berücksichtigt.

Ziffer 17.3 Extra Day Scores
EDS-Runden sind nun auch in der DGV-Vorgabenklasse 3 (DGV-Stammvorgabe 11,5-18,4) zulässig.
Es gelten die gleichen Bedingungen wie für die Spieler der DGV-Vorgabenklasse 4.

Ziffer 20.3 Erstmaliges Erlangen einer DGV-Stammvorgabe
Der Vorgabenausschuss kann auch auswärtige Wettspielergebnisse zur erstmaligen Erlangung einer DGV-Stammvorgabe -36,0 oder besser generell oder im Einzelfall anerkennen. Wenn ein DGVMitglied auswärtige Ergebnisse zur erstmaligen Erlangung einer DGV-Stammvorgabe nicht generell anerkennen möchte, so könnte er sich z. B. danach richten, wie die bisherigen Ergebnisse des Spielers auf dem Platz seines Heimatclubs lauteten. Hat ein Spieler sich z.B. in seinem Heimatclub bisher ebenfalls kontinuierlich unterspielt, so könnte eine auswärtige Unterspielung auf eine DGVStammvorgabe eher akzeptiert werden als in einem Fall, in dem der Spieler auf dem Platz des Heimatclubs kaum einmal im Bereich einer Unterspielung gelegen hat oder dort sogar noch nie an einem Wettspiel teilgenommen hat.

(Quelle: Deutscher Golf Verband e.V.)